Was ist Osteopathie?

Der Verband der Deutschen Osteopathen e.V. definiert Osteopathie als „eine eigenständige, ganzheitliche Form der Medizin, in der Diagnostik und Behandlung mit den Händen erfolgen. Es geht darum, den Menschen in seiner Gesamtheit zu betrachten und somit langfristig zur Heilung beizutragen, anstatt nur Symptome zu behandeln. Der Fokus liegt hierbei darauf die Selbstheilungskräfte wieder zu aktivieren und die Selbstregulierung wieder aufzubauen.

Wobei kann osteopathie unterstützen?

Die Osteopathie kann bei vielen körperlichen Beschwerden und Schmerzen unterstützend wirken. Hier einige Beispiele:

Was ist das osteopathische neugeborenen screening?

Bei dem Osteopathischen Neugeborenen Screening schauen wir das Baby nach osteopathischen Aspekten an, um einzuschätzen, wie der momentane Entwicklungsstand ist. In 30 Minuten befragen wir euch zu Schwangerschaft und Geburt und machen einen neuropädiatrischen und osteopathischen Befund, wo wir den ganzen kleinen Körper durchchecken und Motorik und Reflexe untersuchen. Anschließend beraten wir euch, ob eine osteopathische Behandlung empfehlenswert ist, damit die Kleinen schon ganz stark und gut unterstützt ins Leben starten können!

FAQ (Häufig gestellte fragen)

Eine osteopathische Behandlung kostet etwa zwischen 80-100 und dauert 45-60 Minuten.

Die meisten gesetzlichen Krankenkassen bezuschussen die Osteopathie. Hierzu möchten die Krankenkassen eine Empfehlung oder ein Privatrezept von einem Arzt mit der ersten Rechnung zugesandt bekommen. Grundsätzlich kann jeder einen Osteopathen als reine Selbstzahlerleistung aufsuchen, er benötigt also kein Rezept. Die Bezuschussung liegt allein in der Hand Ihrer Krankenkasse.

In meiner Praxis habe ich für die Bezuschussung ausreichend Ausbildungsstunden absolviert und bin auch bei vielen Krankenkassen als Osteopathin gelistet. 

Der Osteopath ist der „Spezialist“ für die Qualität des Gewebes. Um Spannungen, muskuläre oder fasziale Züge von oder zu einem Organ zu spüren, legen die Osteopathen die Hände auf den Körper, um wahrzunehmen, was im Gewebe passiert. Ein Gewebe kann zum Beispiel schlecht durchblutet sein, oder es kann durch eine Narbe ein gewaltiger Zug entstanden sein, der ein anderes Organ in seiner Bewegungsmöglichkeit behindert. Daraus entstehen Funktionseinschränkungen, die Beschwerden verursachen. So spürt der Osteopath am Körper des Menschen nach, was dort passiert. Und dafür nehmen wir uns Zeit.

Jein. Techniken des Einrenkens werden in der Osteopathie Ausbildung vermittelt, daher kann jeder Osteopath auch einrenken. Bei uns in der Praxis wird nur nach ausführlicher Anamnese eingerenkt. Eine Ausnahme hierbei ist allerdings die Halswirbelsäule, an der wir nicht einrenken! Als Heilpraktiker müsste man einen freigegebenen Röntgenbefund eines Arztes haben, um rechtssicher am Hals einrenken zu können. Aber zum Glück gibt es in der Osteopathie viele wesentlich gelenk- und bandschonendere Techniken, um die Halswirbel wieder in die richtige Position zu bringen.

Durch anregende Techniken für die Drainage und den Stoffwechsel kann es zu einer kurzen Aktivierung der Beschwerden kommen, ähnlich wie bei einem Muskelkater, der sich meist nach 2-3 Tagen zeigt. Im Allgemeinen klingen die Beschwerden nach wenigen Tagen wieder ab. Sollten Sie weiterhin Beschwerden haben oder Sie sind beunruhigt, sprechen Sie bitte den behandelnden Osteopathen an.

Das ist in Deutschland noch eine Grauzone. Während die Osteopathie-Verbände klar von einer Ausübung der Heilkunde bei der Osteopathie ausgehen, die laut Gesetz nur von einem Arzt oder Heilpraktiker ausgeübt werden darf, gibt es erfahrene Manualtherapeuten, die osteopathische Techniken anwenden. Auf der sicheren Seite ist man (auch schon wegen der umfangreichen mehrjährigen Ausbildung zum Heilpraktiker und Osteopath), wenn man einen Heilpraktiker mit der Weiterbildungsbezeichnung Osteopathie aufsucht.

Links zu Therapeuten-Listen:

https://www.osteopathie-krankenkasse.de/kostenuebernahme/

https://hpo-osteopathie.de/therapeutenliste

https://www.osteopathie.de/therapeutenliste

 

In der Physiotherapie wird sich auf Beschwerden eines Gelenks oder einer Muskelgruppe konzentriert, zum Beispiel nach einer OP oder um Bewegungsabläufe und die Koordination der Muskeln im Alltag zu korrigieren. Bei der Osteopathie hingegen wird sich eher auf funktionelle Systeme, wie den Verdauungstrakt, den Bewegungsapparat oder das Nervensystem fokussiert.

Der Unterschied liegt in der Betrachtung und Herangehensweise des menschlichen Körpers und seiner Beschwerden. Die Chiropraktiker gehen von einem Model der Gelenkblockade aus, das jedoch weitreichende Funktionseinschränkungen in der Physiologie des Menschen haben kann. Das Augenmerk liegt im Befreien der Gelenke mittels kurzer, ruckartiger Bewegung.

Die Osteopathie geht von einem funktionellem Zusammenspiel aller Organsysteme im Körper aus. Zum Einsatz kommen manuelle Techniken, die Gewebsspannungen und Funktionseinschränkungen lösen sollen. Hierzu wird der gesamte Körper untersucht und auch behandelt.